Erneuter Rekord beim 13. Wings for Life World Run: 12'657 Teilnehmende schweizweit
Wings for Life World Run (Photo: Ondrej Kolacek)

Erneuter Rekord beim 13. Wings for Life World Run: 12'657 Teilnehmende schweizweit

pd, agr

Am 10. Mai 2026 fand zum 13. Mal der Wings for Life World Run statt. Beim ausverkauften Flagship Run in Zug gingen über 8'000 Personen an den Start, darunter auch Sportgrössen wie Marco Odermatt oder Simon Ehammer. Schweizweit und in Liechtenstein fanden zahlreiche organisierte App Run Events statt. Bei der grössten Laufveranstaltung der Welt starteten alle Teilnehmenden weltweit zur selben Zeit und liessen sich vom Catcher Car einfangen.

Weltweit haben sich in 173 Ländern 346’527 Menschen aus 192 Nationen für den Lauf registriert, was auch auf internationalem Level erneut ein neuer Rekord bedeutet. Beim Wings for Life World Run konnten 2026 so rund 9,2 Millionen Euro gesammelt werden. Sämtliche Startgelder und Spenden fliessen zu 100% in die Rückenmarksforschung und helfen dabei, Querschnittslähmung zu heilen.

Schweizer Läuferinnen und Läufer mit weiten Distanzen
Seraina Stettler (33) aus Jeuss FR, die Siegerin in Zug, beendete ihr Rennen bei 49,08 Kilometer. Raphael Josef, der sich bereits 2021 und 2022 in Zug zum Sieger küren lassen konnte, gewann bei den Männern. Das Catcher Car holte ihn bei Kilometer 61,68 ein. «Es war eine richtig gute Stimmung entlang der Strecke. Aber ich bin nun auch froh, dass das Rennen zu Ende ist.», so der Bronschhofner.

Schweizer Athletinnen und Athleten setzen sich für die Rückenmarksforschung ein
Auch 2026 waren wieder diverse Schweizer Sportgrössen mit dabei. Die zweifache Weltmeisterin und Olympiasiegerin Mathilde Gremaud war zum ersten Mal beim Flagship Run in Zug dabei. Für Simon Ehammer beginnt die Saison erst und ging es locker an. Für Daniela Ryf geht es primär um die Begegnungen: «Ich freue mich entlang der Strecke die vielen verschiedenen Menschen zu treffen und die spontanen Interaktionen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ist, nicht laufen zu können und finde die Botschaft des Wings for Life World Run deshalb so wichtig.» Gesamtweltcupsieger und Sportler des Jahres Marco Odermatt ist Stammgast beim Wings for Life World Run: «Die Stimmung ist immer super, es kommen viele Leute zusammen und laufen für einen guten Zweck. Das macht dieses Event so einzigartig.»

Anouk und Zoe Vergé-Dépré waren im Catcher Car unterwegs und holten die Teilnehmenden ein. «Wir hatten immer wieder Hühnerhautmomente: Einerseits waren wir sehr beeindruckt, was die Läuferinnen und Läufer leisteten und natürlich auch, wie sehr sie sich über die Zurufe freuten. Es war eine wirklich tolle, emotionale Erfahrung», so die beiden Beachvolleyball-Schwestern. 

Betroffene machen auf eindrückliche Weise Mut
Als David Mzee beim Wings for Life World Run 2019 in der Schweiz aus dem Rollstuhl aufstand und 390 Meter mit Hilfe eines Rollators zu Fuss absolvierte, ging das Bild um die Welt. Dieses Jahr war Mzee wieder in Zug am Start – mit dem Ziel, die Strecke ohne Unterstützung von Elektroden zu meistern. «Was mich am meisten motiviert, sind all die Leute, die hier sind. Und zu wissen, dass noch viel mehr Menschen auf der ganzen Welt für die laufen, die selbst nicht können, macht es noch viel spezieller», so der 38-jährige Zürcher, der seine alte Marke um 60 Meter übertraf.

Ein ähnliches Schicksal teilt auch die 23-jährige Delia Guggenheim. 2024 lief sie 253 Kilometer durch die marokkanische Sahara, ein Jahr später wurde die Zürcherin auf dem Fahrrad von einem Auto angefahren. Das Universitätsspital Balgrist in Zürich organisierte für sie zum zweiten Mal ein App Run Event, an dem sie selbst mit rund 500 Teilnehmenden ebenfalls teilnahm. «Nun gleich nach dem Lauf fühle ich mich beseelt, sehr erfüllt und mega glücklich. Für einmal standen die Betroffenen im Zentrum, unterstützt durch die Angehörigen. Dieser Moment beim Start war sehr bewegend», so die ehemalige Ausdauersportlerin.