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Der Schweizer Laufmarkt: Rekordzahlen, aber digitale Gefahr
Trotz Rekordteilnehmerzahlen in 2025 mit gut 600'000 Läuferinnen und Läufer steht die Schweizer Laufszene vor grossen digitalen Herausforderungen. Während die Events boomen, wandert die Kontrolle über die Daten und die Vermarktung zunehmend an globale Tech-Giganten ab. Gleichzeitig steigt das gesellschaftliche Bewusstsein für Datenschutz, was moderne datenbasierte Marketingansätze und digitale Lösungen zusätzlich erschwert.
Dezentraler Ansatz für ein offenes und faires digitales Lauf Ökosystem
Mit der SwissRunning ID haben wir getestet, wie ein digitales Ökosystem mit einem neuartigen «dezentralen Ansatz» funktioniert. Im Zentrum dabei sind die Läuferinnen und Läufer, die ihre Daten im Mobile Wallet bei sich tragen und diese jederzeit selbstbestimmt und 100% datenschutzkonform einsetzen – bei gleichzeitig maximaler Verfügbarkeit der Daten.
Das Pilotprojekt «SwissRunning ID» (RunID) untersuchte, wie verifizierbare digitale Nachweise (Verifiable Credentials) das Laufökosystem nachhaltig weiterentwickeln können. Analog zur kommenden Schweizer e-ID basierte das Projekt auf dem Prinzip der Self-Sovereign Identity (SSI): Daten liegen sicher in einer Smartphone-Wallet und werden nur dann geteilt, wenn es nötig ist.
Unsere Ziele
Sichere Identität: Schaffung eines digitalen Basisnachweises für das gesamte Laufökosystem.
Einfache Anmeldung: Test der Machbarkeit und Akzeptanz bei der Anmeldung zu grossen Volksläufen.
Digitale Souveränität: Rückgabe der Datenhoheit an die Läuferinnen und Läufer.
Wirtschaftlichkeit: Prüfung der langfristigen Tragfähigkeit durch Skaleneffekte und Effizienzgewinne.
Das Pilotbetrieb im Jahr 2025 bei Events wie dem Luzerner Stadtlauf und dem SwissCityMarathon - Lucerne lieferte wertvolle Ergebnisse:
Technische Stabilität: Über 300 Läuferinnen und Läufer nutzten die ID erfolgreich; die technische Anbindung an bestehende Portale verlief reibungslos.
Hohe Akzeptanz: Die Nutzerbefragung mit >80 Teilnehmer/innen bestätigte eine grundsätzlich positive Bewertung der Usability.
Effizienz für Partner: Zeitnehmer schätzen den Integrationsaufwand für neue Events auf lediglich 30–60 Minuten.
Wirtschaftliches Potenzial: Analysen bestätigen, dass ein solches Ökosystem unter realistischen Annahmen wirtschaftlich tragfähig ist.
«Die digitale Transformation im Laufsport ist für uns Veranstalter eine grosse Challenge. Der vorliegende Ansatz ist unsere Chance, das Heft des Handelns zurückzugewinnen: Er bietet uns die technologische Infrastruktur, um Läuferinnen und Läufer ein nahtloses Erlebnis zu bieten – vom Login bis zum Finisher-Zertifikat – während wir gleichzeitig die volle Autonomie behalten und auf die gestiegenen Ansprüche der Sponsoringpartner reagieren können.»
Das Projekt wurde über zwei Semester wissenschaftlich durch das Departement Informatik (Prof. Tim Weingärtner) begleitet.
Inhalt: Die Studierendengruppe untersuchte die Wirtschaftlichkeit mittels eines Simulationsmodells.
Kernfazit: Die Running ID ist ein entscheidender struktureller Hebel, um die Wettbewerbsfähigkeit des Schweizer Laufsports langfristig zu sichern. Der wirtschaftliche Hebel ist besonders gross, wenn alle Akteure – insbesondere die Veranstalter – gleichzeitig partizipieren.
Ein starkes Netzwerk - Ein Projekt dieser Tragweite gelingt nur gemeinsam. Wir danken allen Partnern für die Zusammenarbeit:
Wie geht es weiter?
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Pilotphase befindet sich die SwissRunning ID nun in einer strategischen Übergangsphase:
Validierung des Ökosystems: Aktuell prüfen wir verschiedene Optionen für den nachhaltigen Aufbau des Ökosystems. Dazu zählt auch die Erweiterung der SwissRunning ID um zusätzliche digitale Nachweise für die Registrierung oder erfolgreich absolvierte Läufe. Diese Nachweise bieten den Ökosystem Teilnehmern gemäss Workshops verschiedene Anknüpfungspunkte für ein besseres digitales Nutzererlebnis oder eine effektivere Vermarktung.
Beobachtung der e-ID Adoption: Nach der Annahme des E-ID-Gesetzes durch das Stimmvolk im September 2025 beobachten wir die nationale Entwicklung und Integrationsmöglichkeiten in die Infrastruktur aufmerksam.
Strategischer Ausblick: Die geplante Lancierung der staatlichen e-ID ab Dezember 2026 bietet neue Chancen für die Interoperabilität der SwissRunning ID mit nationalen Standards.
„Home of Running“ aufbauen: Die flächendeckende Einführung einer RunID und weiterer Laufsport-spezifischer digitaler Nachweise kann nur gelingen, wenn Swiss Running einen direkten Kanal zur Laufsport Community hat. Wir empfehlen daher als nächsten Schritt den Aufbau einer registrierten Nutzerbasis entlang einer möglichen Modernisierung des Laufguides als bestehendes Community Portal von Swiss Running.